Nächster Abstecher – Final4 in Dessau

Floorball, Damen, Pokal: SG Berlin gegen MFBC Grimma 2:10 (0:5, 1:2, 1:3)

Mit dem Schlusspfiff in der Sporthalle des Rütli-Campus konnte Charlotte Rüssel endlich auch über ein Tor jubeln. Nach dem Meisterschaftstor 2015 durch Sophie Kühne wieder mal ein echter Buzzer Beater. Mit 10:2 fertigten die Wikingerinnen die SG Berlin an deren Heimstätte ab. Dabei war Rüssel mit fünf Vorlagen und einem Tor eine der Sieggaranten an einem ansonsten eher gebrauchten Tag. Die weiteren Tore gingen auf das Konto von Anne-Marie Mietz (4), Daniela Kolbe (3), Sonja Dietel und Laura Naumann (je 1).

Mit Quereinsteigerin Hannah Mestenhauser, zuvor leistungssportlich im Turmspringen aktiv, hatte Grimma eine weitere Vorlagengeberin, die über das Maß hinaus zu überzeugen wusste. Leider blieb ihr trotz zweier guter Chancen ein Torerfolg diesmal versagt. Grimma war bis auf Tereza Volakova, Lena-Marie Lübker und Romy Manteufel mit der kompletten Kapelle in die Hauptstadt gereist. Selbst der fünfköpfige Betreuerstab gab sich zum floorballerischen Jahresabschluss vollständig die Ehre. Allerdings zeigte sich dieser mit der gezeigten Leistung der eigenen Mannschaft weniger zufrieden.

Mit 20 jungen Damen reisten die Wikingerinnen an

Mit drei Linien sollte das Spiel begonnen werden. Allerdings lag es nicht an dem Spiel mit einer Linie mehr, dass Grimma zerfahren und mit wenig Druck auf das Berliner Tor begann. Berlin hatte am Anfang einige gute Abschlüsse, die allerdings beute der sicheren Torfrau Pauliina Pekki wurden. Erst in der 7. Minute konnte Mietz, die erneut als Denker und Lenker der jungen dritten Linie agierte, den Ball im Berliner Tor unterbringen. Zum Ende des ersten Drittels konnte Berlin dem Druck nicht mehr standhalten, so dass je zweimal Danila Kolbe und Mietz den Vorsprung auf 5 Tore ausbauten.

Selbst zu Beginn des zweiten Drittels begann Grimma nervös. Dieses Drittel war geprägt von vielen Einzelaktionen und wenig Mut ins eigene Können. Berlin stand in der Defensive erneut sehr hoch am Torraum von Pekki, ohne dann tatsächlich aktiv ins Pressing zu gehen. Die Vorgabe des Trainerstabes, dieses passive Verhalten der SG zum eigenen Vorteil zu nutzen, indem man das Spiel breit machen und dann mit den Ball selbst mal nach vorn laufen sollte, wurde nur sporadisch umgesetzt. Das war umso verwunderlicher, weil oftmals in der Vergangenheit das ständige Ballgelaufe moniert wurde. Jetzt sollte mit dem Ball gelaufen werden und man machte es zu wenig. Das Spiel wurde verschleppt und aufgrund der diesmal auch an den Tag gelegten eigenen technischen Unzulänglichkeiten im Passspiel dem Gegner der Ball mal schnell hergeschenkt. Deshalb war  es auch nicht verwunderlich, dass Berlin schnell zum Anschlusstreffer kam. Es bedurfte dann zweier Überzahlspiele, um durch Sonja Dietel und Mietz den Vorsprung wieder auszubauen.

Im Schlussdrittel wurden einige Umstellungen vorgenommen. Sarah Hecht tauschte dazu mit Mietz die Verteidigerposition. Für Kühne war es interessant zu sehen, dass Hecht in der dritten Linie selbstbewusster als an der Seite von Stefanie Reinhardt agierte. Dieses Phänomen konnte man schon des Öfteren bewundern. Im Schlussdrittel zeigte Hecht, welchen Leistungsstand sie sich tatsächlich über die letzten Jahre erarbeitet hat. An der Seite von Dominika Kostelova konnte sie die Linie gut führen, die letztendlich durch Laura Naumann,

Laura Naumann schoss ihren viel umjubelten ersten Saisontreffer

die ebenfalls in diese Linie in den letzten zwanzig Minuten wechselte, ein weiteres Tor erzielte. Dagegen war der Versuch mit dem Verteidigerpaar Reinhardt/Mietz nicht wirklich zukunftsweisend. Zu wenig besannen sich beide Top-Spielerinnen auf ihre Qualitäten im direkten Zusammenspiel. Zu sehr versuchten sich beide in Einzelaktionen. Mietz, die noch in den ersten 40 Minuten die junge dritte Linie mit viel Übersicht und Verantwortungssein geführt hatte, verließ sich zu sehr auf ihre im Wettkampf gestählten Mitspielerinnen, wodurch Berlin die eine oder andere vermeidbare Überzahlsituation hatte. Hier muss besser abgestimmt agiert werden. Jede Spielerin muss sich ihrer Position und ihrer Aufgabe bewusst sein, um gemeinsam zu Erfolgen zu kommen. Trotz eines zweiten Gegentores gelang auch der Gewinn des Schlussdrittels mit 3:1. Eine eher durchwachsene Leistung reichte am Samstagnachmittag aus, um den gegenwärtigen Tabellenführer der Damen-Regionalliga Nord klar die Grenzen aufzuzeigen.

Am vergangenen Wochenende wurden auch die weiteren Teilnehmer für die Pokalendrunde Final4 in Dessau Anfang März 2017 ermittelt. Die ebenfalls noch ungeschlagenen PiranHHas aus Hamburg gerieten in Weißenfels mit 15:0 unter die Räder. Der Pokalverteidiger aus Weißenfels wollte die Niederlage gegen die Grimmaer Damen in der Regionalliga Ost mit diesem Spiel vergessen machen. Dies gelang eindrucksvoll. Neben Weißenfels zogen auch die Dümptener Füchse durch ein 7:4 gegen die Red Devils Wernigerode ins Final4 ein. Die Füchsinnen mausern sich immer mehr zur dritten Kraft im deutschen Damen-Floorball. Bereits im vergangenen Jahr waren sie in der Pokalendrunde die Halbfinalgegnerinnen des MFBC und standen im Play-Off-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft Weißenfels gegenüber. Gegen die beiden deutschen Top-Teams gab es allerdings wenig zu holen. Als letzter Final4-Teilnehmer qualifizierte sich die SG Dresden/Heidenau bei Stern München durch einen 4:2 Sieg. Damit stehen drei mitteldeutsche Teams in den Halbfinals um den deutschen Pokal. Die Auslosung der Halbfinalspiele wird erst im kommenden Jahr nach den Viertelfinalspielen der Herren erfolgen. Nach sehr viel Losglück in all den vorangegangenen Jahren steht sicherlich das Zeichen auf ein Top-Spiel im Halbfinale zwischen den Erzrivalen aus Grimma und Weißenfels, ist sich Kühne sicher. Man darf also gespannt sein.

Nach der anstehenden Weihnachtspause bereiten sich die Grimmaerinnen auf ihr nächstes Match gegen den UHC Sparkasse Weißenfels vor. Am 14.01.2017 trifft der MFBC Grimma in der Sporthalle Brüderstraße auf die Cats. Da am gleichen Tag auch die MFBC-Herren auf den deutschen Dauermeister und Europapokalsieger Weißenfels treffen, kommt es zu einem Doppelspieltag der Extraklasse. Das sollte die Floorball-Fans durchaus elektrisieren.

rk

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